Adventskalender #2

Unser Athletik-Coach Daniel Raphaélian stellt sich vor!

Wenige Vereine können von sich behaupten, so einen professionellen und gut vernetzten Athletiktrainer zu haben.
DR – Athletics

Hier sein Bericht:

Fußball-Fitnesstrainer… Was macht der denn da?!
Mittlerweile bin ich seit zweieinhalb Jahren als Athletiktrainer beim RSV in der Abteilung
Fußballjugend beschäftigt und ich fühle mich hier nach wie vor pudelwohl.
Die vergangene Saison war jedoch dahingehend besonders, dass ich neben der Fußballjugend
auch in der 1. Herrenmannschaft in gleicher Funktion tätig und somit erstmals hauptverantwortlich
für den Bereich Fußball-Athletik bzw. Fußball-Fitness im Verein war.
Aber braucht man so eine Funktion denn überhaupt als Amateurverein?! Was gehör denn alles zu
meinen Aufgaben? Ist das der, der sich immer im Kraftraum einschließt und nie das Sonnenlicht
sieht? Können das die einzelnen Mannschaftstrainer nicht alleine?
Am besten bildet ihr euch selber ein Urteil, indem ich Euch hier einmal schildere, was ich so im
letzten Jahr alles in der RSV-Fußballjugend und im Fußball drumherum erlebt habe.
Meiner Philosophie nach ist das Ziel eines strukturierten Athletiktrainings die Leistungssteigerung
eines Sportlers in den athletischen Fähigkeiten als auch ganz klar die Verletzungsprophylaxe.
Danach arbeite ich einmal wöchentlich mit der U19 und U17 auf dem Platz oder im Kraftraum. Bei
der U15 konnte ich leider in diesem Jahr nur sporadisch beim Mannschaftstraining sein.
Für die U16 und U14 habe ich mit Tom Riedelsheimer einen Spieler der 1. Männer gewinnen
können, der meine Philosophie auch in die zweiten Mannschaften der Jahrgänge bringen konnte.
Fußball ist und bleibt eine Kontaktsportart und da bleibt es leider nicht aus, dass es von außen zu
Situationen kommt, in denen die Sportler verletzt werden können.
Mein Ziel ist es jedoch, die Jungs so fit zu machen, dass es nicht aufgrund von körperlichen
(internen) Ermüdungserscheinungen zu Verletzungen kommen kann. Außerdem sollen sie auf die
anstehenden Belastungen des Fußballspiels dahingehend vorbereitet sein, dass gewisse
Bewegungsmuster/-abfolgen im Training automatisiert und im Wettkampf „nur noch“ abgerufen
werden.
Jede Verletzung eines von mir betreuten Spieler hinterfrage ich, ja nehme sie fast als persönlichen
Angriff und schaue genau, ob sie hätte vermieden werden können bzw. ob man durch gezieltes
Training den Spieler anders auf die Situation vorbereiten hätte können.
Glaubt mir, es gibt nichts schlimmeres im Fußball für mich, als wenn ich diese Frage mit „Ja“
beantworte.
So kam es in diesem Jahr in „meinem“ Bereich zu (nahezu gar) keinen Verletzungen, die interne
Ursachen hatten.
Es kann (!) damit zusammenhängen, dass ich zu dieser Saison erstmalig ein einheitliches
Aufwärmprogramm für die Leistungsteams vorgegeben habe. Darin enthalten sind läuferische
Elemente, als auch eben genau die eben angesprochenen bewegungsvorbereitenden Übungen
und dynamische Dehnfolgen (Movement-Preps).
Auch hier lässt sich natürlich wieder diskutieren… Macht eine Mannschaft vor einem Spiel als
Warm-up Sackhüpfen und Handstandläufe, gewinnt danach aber das Spiel 4:0 und kein Spieler
verletzt sich, ist vermutlich Sackhüpfen das neue Non-plus-ultra-Erfolgsrezept…
Die von mir angewandten Methoden sind natürlich auf dem aktuellsten Stand der Wissenschaft
und ich tausche mich ständig mit anderen Trainern, Sportwissenschaftlern und Physiotherapeuten
aus.
Was mich zum nächsten (persönlichen) Highlight der letzten Saison führt…
Im März durfte ich drei Tage lang in Braunschweig dem Trainerteam der deutschen U21-
Nationalmannschaft beiwohnen.
Neben den Trainingseinheiten (auf dem Platz, aber auch regenerativ im Hotel), dem
Qualifikationsländerspiel gegen Israel stand für mich ganz klar der Austausch mit dem Trainerteam
um den Cheftrainer Stefan „Die Säge“ Kuntz im Vordergrund.
Besonders Krunoslav Banovcic (Fitnesstrainer der U21) und Dr. Hauke Mommsen
(Mannschaftsarzt) haben sich sehr viel Zeit genommen und wir haben uns viel ausgetauscht,
worüber ich wahnsinnig dankbar bin.
Auch mit dem Cheftrainer des Fußballlandesverband Brandenburg, Martin Eismann, pflegte ich
über die Saison einen sehr guten Kontakt, was darin mündete, dass ich im Mai meine erste
Trainerfortbildung bei uns auf der Zille-Sportanlage für den FLB halten durfte und ab kommender
Saison mit zum Trainerteam der FLB-Auswahl gehöre.
Die angesprochene Trainerfortbildung war ein voller Erfolg! Tolle Teilnehmer haben bei gefühlten
60 Grad in der Zille-Stube interessiert und motiviert meinem Vortrag gelauscht und der von mir so
erhoffte Austausch unter Trainerkollegen fand auch rege statt.
Man munkelt jedoch, dass noch immer der ein oder andere den Sauna-Ofen in der Zille-Stube
sucht, um einen Aufguss zu machen… 
Wow, war das heiß an dem Tag!
Das Thema der Fortbildung war „Die optimale Spielvorbereitung“ und es ging neben einem
gezielten Warm-up über Inhalte der Sporternährung (Wasserhaushalt, Energiegewinnung,
Nährstoffe etc.) und eben über die weiter oben bereits erwähnten Movement-Preps.
Movement-… Was?!
Der Begriff leitet sich aus dem englischen Movement (=Bewegung) und Preps (für Preparation =
Vorbereitung) ab.
Es sind Übungen zur Verletzungsprophylaxe, die mit ins Warm-up eingebaut werden.
Man nimmt dabei eine bestimmte Dehnübung ein und „arbeitet“ mit dem gedehnten Muskel, um
ihn so auf die anstehenden Belastungen optimal vorzubereiten.
Eines meiner ersten Ziele, als ich vor zweieinhalb Jahren beim RSV als Athletiktrainer anfing, war
es, dass alle von mir betreuten Spieler einige MovementPreps beherrschen, um gut gewappnet
ins Training oder Spiel zu gehen!
Macht man diese Übungen regelmäßig, verbessert sich u.a. auch die Beweglichkeit. Viele Spieler,
die ich seit Beginn trainiere, spüren das und fühlen sich besser.
Haltet doch mal die Augen auf! Wenn ihr Fußballer bei uns auf der Anlage seht, die scheinbare
Yoga-Figuren machen oder wie kleine Raupen über den Platz krabbeln (Handwalk), dann bereiten
sich diese Jungs gerade äußerst professionell auf ihren Sport vor!
Leider ist es aber jedoch nicht möglich, sämtliche Verletzungen zu vermeiden und so gehört es
auch zu meinem Aufgabenbereich, mit verletzten Spielern in enger Zusammenarbeit mit den
Physios ein Reha-Training zu absolvieren.
Hier möchte ich tatsächlich mal namentlich einen Spieler erwähnen, der sich wochen-, ja sogar
monatelang durch harte (Reha-)Trainingseinheiten gequält hat… Robert Heller, der Kapitän
unserer U15, hat sich im Herbst letzten Jahres das vordere Kreuzband gerissen und fiel seither
nun sehr lange aus.
Verständlicherweise brach für ihn eine Welt zusammen und das Ziel, wieder Fußballspielen zu
können, war damals in weite Ferne gerückt…
Wir fingen Anfang des Jahres gemeinsam mit individuellem Training an, ich gab ihm Übungen mit,
die er alleine zu Hause absolvieren sollte und mir liefen am 10. Juni fast die Tränen vor Freude die
Wangen hinunter, als Benno Knospe (Trainer der U15) Robert vier Minuten vor Schluss
eingewechselt hat und er endlich wieder nach ewig langer Leidenszeit voll seinem Lieblingshobby
Fußball nachgehen konnte.
Das war einer meiner absoluten Höhepunkte dieser Saison!
Sportlich lief es bei den Mannschaften, für die ich im Jugendbereich mitverantworlich war, auch
richtig gut!
Die U15 und die U17 sind Hallen-Landesmeister geworden und die U19 konnte sogar auf dem
Feld die Landesmeisterschaft feiern! Eine absolut starke Leistung! Glückwunsch!
Auch zu den Leistungsteams des Kleinfeldes habe ich einen engen Kontakt gehalten und die
Trainer in Fragen des Athletiktrainings beraten und unterstützt.
Mit der U13 durfte ich sogar einige Indoorcycling-Einheiten absolvieren. Unvergesslich sind und
bleiben mir wahrscheinlich die erschöpft und durchgeschwitzten Jungs auf ihren Rädern, die zum
Ende des Trainings wie ein Chor zu einigen Songs mitgesungen haben.
Welche Lieder dort zum Besten gegeben wurden, soll an dieser Stelle der Phantasie des Lesers
überlassen bleiben…
Zum Ende der Saison hatte ich noch ein kleines Schmankerl für die Jungs der U13 und der U11
eingeplant.
Zwei Profis, die mir schon lange als Personal Trainer vertrauen, nahmen sich die Zeit und kamen
zur Zille.
Nils Körber (Torwart von Hertha BSC, 18/19 an den VfL Osnabrück ausgeliehen) machte mit den
Towarten Ben (U13) und Janos (U11) sogar eine kleine Torwarttrainingseinheit und gab ihnen
wertvolle Tipps.
Maximilian Philipp (Borussia Dortmund) stand bei einer Fragerunde Rede und Antwort, gab
unzählige Autogramme, machte Fotos und wir beide kickten beim letzten U11-Training sogar
noch eine Runde mit.
Beide Spieler habe ich bereits damals als C-Jugendliche trainieren dürfen und es war für mich
herrlich mitanzusehen, wie sie sich entwickelt haben und nun von unseren RSV-Kids bewundert
wurden. Alle lächelten und waren happy über den Besuch. Das hat mich sehr gefreut!
Ich bin wahnsinnig stolz, Teil des RSV-Trainerteams zu sein und extrem froh, solch motivierte
Spieler hier trainieren zu dürfen!
Ich freue mich auf die nächste Saison mit euch!
Daniel Raphaélian

Eine Region, ein Verein!

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